Darmspiegelung

(Coloskopie)

Darmspiegelung

Allgemeine Informationen

Seit 2002 umfasst das Deutsche Programm zur Vorsorge und Früherkennung des Darmkrebs auch die Darmspiegelung (Coloskopie) bei Patienten ab dem 55. Lebensjahr. Hierbei werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Die Voraussetzung ist, dass die Untersuchung nur von spezialisierten Praxen wie unserer durchgeführt wird, die die fachlichen, apparativen und hygienetechnischen Anforderungen erfüllen. Diese Qualitätsanforderungen werden z.B. regelmäßig von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) überprüft (mehr Informationen)

Warum sollte eine Vorsorge-Darmspiegelung erfolgen?

  • Polypen sind gutartige Vorstufen eines Dickdarmkrebses und können weiter entarten. Deswegen werden die Polypen vor Entstehung eines Tumors mit Biopsiezange oder Elektroschlinge (s. Bild) schmerzlos entfernt und anschließend von einem Pathologen feingeweblich untersucht.

feingewebliche_untersuchung

  • Bei jedem vierten Patienten besteht statistisch ein relevanter Befund mit einer Kontrollnotwendigkeit nach 3-5 Jahren (neue Polypen?). ¾ aller Patienten haben aber durch die Darmspiegelung ohne Kontrolle 10 Jahre eine ausreichende Darmkrebsvorsorge durchgeführt!
  • Die Sterblichkeit des Dickdarmkrebses könnte um 75-90 %  gesenkt werden – wenn  die Vorsorge-Darmspiegelung bei allen Anspruchsberechtigten alle 10 Jahre einmal durchgeführt würde!
  • Statistisch wird bei jedem 85. Patienten ein Tumor festgestellt, der dann – bei rechtzeitiger Diagnose – operativ behandelbar und ggf. ohne Chemotherapie heilbar ist. Weitere Infos.
  • Die Vorsorge-Darmspiegelung bedeutet einen geringen allgemeinen und zeitlichen Aufwand in der Durchführung; sie ist sicher und nur in der Vorbereitung (s.u.) mit geringen Unannehmlichkeiten verbunden.
  • Die Darmspiegelung verhindert damit Tumorerkrankungen und rettet erwiesenermaßen Leben. 

Literatur:

Brenner H, Altenhofen L, Kretschmann L, Rösch T, Pox C, Stock C, Hoffmeister M (2015): Trends in Adenoma Detection Rates During the First 10 Years of the German Screening Colonoscopy Program. Gastroenterology 149:356–366, doi:10.1053/j.gastro.2015.04.012

Brenner H, Altenhofen L, Stock C, Hoffmeister M. Expected long-term impact of the German screening colonoscopy programme on colorectal cancer prevention: Analyses based on 4,407,971 screening colonoscopies. Eur J Cancer, online vor Print 20. April 2015. doi:10.1016/j.ejca.2015.03.020

Brenner H, Hoffmeister M. Darmkrebsfrüherkennung – Evidenz und Umsetzung. Bundesgesundheitsblatt 2014·57:302–306. doi 10.1007/s00103-013-1911-2.

Brenner H, Stock C, Hoffmeister M. Effect of screening sigmoidoscopy and screening colonoscopy on colorectal cancer incidence and mortality: systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials and observational studies. BMJ. 2014 Apr 9;348:g2467. doi: 10.1136/bmj.g2467

Behrens, J. Labenz, A. Schuler et al. Wie sicher ist die Sedierung in der gastrointestinalen Endoskopie? Eine multizentrische Auswertung von 388 404 Endoskopien und Auswertung der Daten aus prospektiv geführten Komplikationsregistern von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft leitender Gastroenterologen im Krankenhaus (ALGK). Z Gastroenterol. 2013;51: 432 – 436. doi: 10.1055/s-0032-1325524

Sedierung

Auf Wunsch kann die Untersuchung mit Hilfe eines kurzwirksamen Schlafmittels erfolgen – Sie werden hierdurch die Untersuchung ‚verschlafen‘.

spritze

Nach der Untersuchung haben Sie die Möglichkeit, sich in einer Einzelkabine im Ruhebereich noch etwas auszuruhen. Anschliessend erfolgt das Abschlussgespräch mit dem Arzt, der Sie untersucht hat.

Risiken der Darmspiegelung

Das Risiko einer Darmverletzung ist in einer spezialisierten Praxis wie unserer äußerst gering und liegt im niedrigen Promillebereich. Während der Untersuchung erfolgt eine kontinuierliche Überwachung des Sauerstoffwertes (Pulsoxymetrie). Eine Notfallausrüstung, Notfallmedikamente und Sauerstoff stehen unmittelbar in der Praxis zur Verfügung.

In seltenen Fällen können Blutungen und Kreislaufprobleme auftreten. Sollte das Risiko durch die Entfernung größerer Polypen steigen, werden Sie im Abschlussgespräch nach der Untersuchung diesbezüglich genau unterrichtet und es werden dann auch weitere Verhaltensmaßnahmen besprochen.

Vorbereitung auf die Darmspiegelung

Wir brauchen Ihre Unterstützung, denn für eine erfolgreiche Darmspiegelung ist eine gründliche Vorbereitung Voraussetzung! Nur so können auch kleinere Veränderungen der Schleimhaut entdeckt und ggf. entsprechend behandelt werden.

In unserer Praxis bereiten sich die Patienten in der Regel mit dem Präparat Picoprep vor (weitere Informationen)

Der wesentliche Vorteil des Präparates liegt in einer geringen Trinkmenge:

Am Vortag müssen nur 2 Gläser des aufgelösten Pulvers getrunken werden. Da es sich hierbei jedoch um ein starkes Konzentrat handelt, ist es unbedingt  erforderlich, anschließend den Darm mit mindestens 3-4 Litern frei wählbarer klarer Flüssigkeit (Wasser, Saftschorle o.ä.) zu spülen, da ansonsten das Medikament alleine nicht wirkt und seine Wirkung nicht entfalten kann.

Bitte verzichten Sie vier Tage vor der Untersuchung auf Körnerprodukte, Paprika, ungeschälte Tomaten, Pilze sowie Kiwis, am Vortag der Untersuchung unbedingt komplett auf Essen!

In Abhängigkeit Ihrer persönlichen Situation wie Neigung zur Darmträgheit / Obstipation oder bestimmten Vorerkrankungen kann aber auch der Einsatz eines alternativen Abführpräparates notwendig sein. Darauf werden wir Sie entsprechend hinweisen.

Bitte beachten Sie folgende Punkte:

  • Sollten Sie verhindert sein und deswegen die Darmspiegelung nicht wahrnehmen können – informieren Sie uns bitte rechtzeitig, damit wir Ihnen einen Alternativtermin anbieten können und Ihren Termin anderweitig vergeben können. Damit bleiben anderen Patienten längere Wartezeiten erspart.

termin

  • Bitte bringen Sie uns Ihre Einverständniserklärung ausgefüllt und unterschrieben wieder mit.
  • Bitte beachten Sie: Bitte kommen Sie keinesfalls mit dem eigenen PKW – Sie dürfen am Untersuchungstag nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, wenn Sie eine Schlafspritze in Anspruch genommen haben sollten.
  • WICHTIG:wichtig Blutverdünnende Medikamente (z.B. Marcumar, ASS, Plavix, Efient, Xarelto etc.) sollten besonders nach schwerwiegenden Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt nur nach ärztlicher Rücksprache abgesetzt werden; ggf. sollte eine überlappende Blutverdünnung mit Heparin vorgenommen werden.
    Bitte sprechen Sie dies im Vorfeld unbedingt mit uns oder Ihrem Hausarzt ab!

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